Du schaust auf deine To-Do Liste – und wartest darauf, dass sich eine Aufgabe richtig anfühlt

Frau sitzt vor ihrer To-Do-Liste und weiß nicht, womit sie anfangen soll

Du sitzt vor Deiner To-do-Liste.

Du liest die erste Aufgabe. Dann die zweite. Dann die dritte.

Eigentlich hast Du Dir für heute einiges vorgenommen. Zeit wäre auch da.

Aber irgendwie kannst Du Dich nicht entscheiden, womit Du anfangen sollst.

Bei der einen Aufgabe denkst Du: „Dafür brauche ich mehr Ruhe.“

Bei der nächsten: „Das schaffe ich jetzt sowieso nicht mehr.“

Und bei der dritten: „Darauf habe ich gerade überhaupt keine Lust.“

Also schaust Du noch einmal auf Deine Liste.

Vielleicht findest Du ja eine Aufgabe, bei der Du sofort denkst: Ja, genau das mache ich jetzt!

Aber dieser Moment kommt nicht.

Stattdessen beantwortest Du erst einmal ein paar E-Mails, räumst Deinen Schreibtisch auf oder erledigst irgendeine Kleinigkeit.

Eine halbe Stunde später ist Deine eigentliche Arbeit noch keinen Schritt weiter.

Du wartest darauf, dass sich eine Aufgabe richtig anfühlt. Und genau dieses Warten hält Dich davon ab, anzufangen.

Warum machen wir das eigentlich? Und wie schaffst Du es, trotzdem ins Tun zu kommen?

Das eigentliche Problem: Du wartest auf das richtige Gefühl

Vielleicht kennst Du diesen Gedanken:

„Wenn ich erst einmal richtig motiviert bin, geht mir die Aufgabe bestimmt leichter von der Hand.“

Und natürlich gibt es Tage, an denen Dir manche Aufgaben leichter fallen als an anderen.

Aber wenn Du immer erst darauf wartest, dass Du Lust auf eine Aufgabe hast oder Dich bereit dafür fühlst, kann das ziemlich lange dauern.

Denn viele Aufgaben fühlen sich vor dem Anfangen nicht besonders verlockend an.

Die Steuerunterlagen sortieren. Eine schwierige E-Mail schreiben. Ein größeres Projekt endlich angehen.

Das sind Dinge, bei denen Du vielleicht sogar genau weißt, dass sie wichtig sind. Trotzdem würdest Du gerade lieber etwas anderes machen.

Der entscheidende Unterschied ist: Eine Aufgabe muss sich nicht gut anfühlen, damit es sinnvoll ist, sie jetzt zu erledigen.

Wenn Du darauf wartest, dass Deine Motivation Dir die Entscheidung abnimmt, überlässt Du Deinen Tagesablauf ein Stück weit Deiner momentanen Stimmung.

Und die ist nicht unbedingt ein guter Maßstab dafür, was heute wichtig ist.

Deshalb brauchst Du nicht für jede Aufgabe das richtige Gefühl.

Du brauchst eine bewusste Entscheidung, mit der Du auch dann anfangen kannst, wenn Du gerade keine besondere Lust darauf hast.

Warum das Warten auf Motivation nicht funktioniert

Stell Dir vor, Du hast Dir vorgenommen, heute endlich an einer wichtigen Präsentation zu arbeiten.

Du hast Dir dafür sogar zwei Stunden in Deinem Kalender freigehalten.

Aber als Du anfangen möchtest, merkst Du: So richtig Lust hast Du gerade nicht.

Also schaust Du auf Deine To-do-Liste.

Da steht noch eine E-Mail, die Du schnell beantworten könntest. Ein Termin, den Du vereinbaren musst. Und ein paar Kleinigkeiten, die schon länger liegen geblieben sind.

Du entscheidest Dich für die E-Mail.

Danach erledigst Du den Termin. Und wenn Du schon dabei bist, machst Du die anderen Kleinigkeiten auch noch.

Plötzlich ist eine Stunde vergangen.

Du hast einiges erledigt und kannst sogar mehrere Aufgaben abhaken.

Aber die Präsentation, für die Du Dir eigentlich Zeit genommen hattest, liegt immer noch unangetastet da.

Genau das ist die Schwierigkeit, wenn Du Dich bei der Auswahl Deiner Aufgaben vor allem danach richtest, worauf Du gerade Lust hast.

Du beschäftigst Dich möglicherweise mit Dingen, die sich leicht erledigen lassen oder schnell ein gutes Gefühl vermitteln.

Die wichtigen, aber unangenehmen Aufgaben schiebst Du dagegen weiter vor Dir her.

Und irgendwann wird aus einer Aufgabe, für die Du eigentlich ausreichend Zeit hattest, eine dringende Angelegenheit.

Nicht, weil Du den ganzen Tag nichts gemacht hast.

Sondern weil Du Deine Zeit mit anderen Dingen gefüllt hast.

Warum „Ich muss einfach anfangen“ nicht ausreicht

Vielleicht hast Du Dir auch schon einmal vorgenommen:

„Morgen überlege ich nicht so lange. Morgen fange ich einfach an.“

Und am nächsten Tag sitzt Du wieder vor derselben Aufgabe.

Du weißt, dass sie erledigt werden muss. Du weißt vielleicht sogar, dass Du Dich hinterher besser fühlen wirst.

Trotzdem schiebst Du den Anfang hinaus.

Das liegt häufig daran, dass Dein Vorsatz noch keine konkrete Handlung beschreibt.

Nehmen wir wieder die Präsentation.

„Ich muss endlich an der Präsentation arbeiten“ sagt Dir zwar, was Du vorhast. Aber nicht, womit Du konkret beginnen kannst.

Du musst erst überlegen, wie Du die Präsentation aufbauen möchtest, welche Informationen Du brauchst und was der erste sinnvolle Schritt ist.

Und wenn Du ohnehin wenig Lust auf die Aufgabe hast, ist diese zusätzliche Entscheidung eine weitere Hürde.

Deshalb reicht es nicht immer, Dir vorzunehmen, einfach anzufangen. Du musst auch wissen, was Dein erster Schritt ist.

Statt „Präsentation erstellen“ könnte dieser beispielsweise lauten:

„Ich öffne die Präsentation und notiere die fünf wichtigsten Aussagen, die ich vermitteln möchte.“

Das ist überschaubar. Du weißt genau, was zu tun ist.

Und Du kannst damit beginnen, ohne vorher darauf warten zu müssen, dass sich die gesamte Aufgabe plötzlich richtig anfühlt.

Die unbequeme Wahrheit: Nicht jede Aufgabe muss sich richtig anfühlen

Es wäre natürlich schön, wenn wir jeden Morgen voller Motivation auf unsere Aufgaben schauen würden.

Wenn wir sofort Lust hätten, die schwierige E-Mail zu schreiben, die Steuerunterlagen zu bearbeiten oder das große Projekt anzugehen.

Aber so funktioniert der Alltag meistens nicht.

Manche Aufgaben machen Spaß. Andere sind langweilig, anstrengend oder unangenehm.

Und trotzdem müssen sie erledigt werden.

Du kannst eine Aufgabe für wichtig halten und gleichzeitig überhaupt keine Lust darauf haben.

Das ist kein Widerspruch.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht immer: „Worauf habe ich gerade Lust?“

Sondern vielmehr:

„Was habe ich mir für heute vorgenommen – und warum ist mir das wichtig?“

Wenn Du diese Entscheidung bereits bewusst getroffen hast, musst Du sie nicht jedes Mal neu verhandeln, sobald Du anfangen möchtest.

Natürlich darfst Du Deinen Plan anpassen, wenn sich die Umstände verändern, etwas Dringendes dazwischenkommt oder Du merkst, dass Deine Energie heute nicht ausreicht.

Aber fehlende Lust allein muss nicht bedeuten, dass Du Deine Aufgabe verschieben solltest.

Manchmal beginnt die Motivation erst, wenn Du bereits angefangen hast.

Und manchmal kommt sie auch gar nicht. Trotzdem kannst Du einen wichtigen Schritt erledigen und anschließend zufrieden sein, dass Du drangeblieben bist.

Wie Du anfängst, auch wenn Du keine Lust hast

Du musst Dich nicht jeden Morgen aufs Neue davon überzeugen, dass Deine Aufgaben wichtig sind.

Viel hilfreicher ist es, Dir den Einstieg so einfach wie möglich zu machen.

Dafür kannst Du drei Dinge ausprobieren:

1. Entscheide vorher, womit Du anfangen möchtest

Lege möglichst schon bei Deiner Tagesplanung fest, welche Aufgabe Du zu welcher Zeit bearbeiten möchtest.

So musst Du nicht jedes Mal Deine gesamte To-do-Liste durchgehen und neu entscheiden, was jetzt dran ist.

2. Bestimme den ersten konkreten Schritt

Überlege Dir nicht nur, welche Aufgabe Du erledigen möchtest, sondern auch, wie Du beginnen wirst.

Statt „Angebot schreiben“ könnte Dein erster Schritt beispielsweise sein: „Ich öffne das Dokument und notiere die drei wichtigsten Leistungen.“

Je konkreter der Einstieg, desto weniger musst Du im entscheidenden Moment noch überlegen.

3. Fang an, bevor Du Dich bereit fühlst

Du musst nicht sofort die gesamte Aufgabe erledigen.

Nimm Dir zunächst zehn Minuten vor und beschäftige Dich ausschließlich mit dem ersten Schritt.

Vielleicht kommst Du anschließend gut voran. Vielleicht bleibt es heute bei diesen zehn Minuten.

Beides ist besser, als immer wieder auf Deine Liste zu schauen und auf den richtigen Moment zu warten.

Entscheidend ist, dass Du den Anfang nicht länger davon abhängig machst, ob Du gerade motiviert bist.

Denn ins Tun zu kommen ist etwas, das Du mit kleinen, konkreten Schritten üben kannst.

Warum ein guter Start allein noch nicht ausreicht

Vielleicht hast Du das schon erlebt:

An einem Tag klappt es richtig gut. Du setzt Dich hin, fängst an und kommst mit einer Aufgabe voran, die Du schon lange vor Dir hergeschoben hast.

Du bist zufrieden und nimmst Dir vor, das ab jetzt immer so zu machen.

Doch zwei Tage später sieht es wieder anders aus.

Du sitzt vor Deiner To-do-Liste, bist müde, hast wenig Zeit oder wirst durch etwas anderes abgelenkt.

Und plötzlich fällt Dir das Anfangen wieder schwer.

Das Problem ist: Ein guter Start ist noch keine verlässliche Routine.

Wenn Du jedes Mal neu entscheiden musst, wann Du eine Aufgabe angehst, wie Du anfängst und ob Du gerade genug Motivation dafür hast, kostet Dich das immer wieder Zeit und Energie.

Deshalb hilft es, nicht nur Deinen ersten Schritt festzulegen, sondern auch eine einfache Vorgehensweise für die nächsten Tage zu entwickeln.

Zum Beispiel:

  • Plane feste Zeitfenster für Aufgaben ein, die Du häufig aufschiebst.

  • Halte am Ende einer Arbeitseinheit fest, wo Du beim nächsten Mal weitermachst.

  • Beginne mit einem kleinen, klar definierten Schritt.

  • Überprüfe regelmäßig, ob Deine Planung zu Deinem tatsächlichen Alltag passt.

Es geht nicht darum, jeden Tag perfekt nach Plan zu arbeiten.

Es geht darum, eine Vorgehensweise zu finden, die Dich auch dann unterstützt, wenn Du wenig Lust hast oder Dein Tag anders verläuft als gedacht.

Denn nachhaltige Umsetzung entsteht nicht durch einen einzigen motivierten Moment, sondern dadurch, dass Du immer wieder ins Handeln kommst.

Der eigentliche Wendepunkt: Du musst nicht auf Motivation warten

Der entscheidende Unterschied entsteht in dem Moment, in dem Du aufhörst, Deine Aufgaben danach auszuwählen, wie Du Dich gerade fühlst.

Du schaust nicht mehr auf Deine To-do-Liste und fragst Dich:

„Worauf habe ich jetzt Lust?“

Sondern Du weißt bereits, welche Aufgabe Du Dir vorgenommen hast, warum sie wichtig ist und womit Du anfangen möchtest.

Das bedeutet nicht, dass Dir plötzlich jede Aufgabe leichtfällt.

Vielleicht hast Du immer noch keine Lust auf die Präsentation. Vielleicht fällt es Dir schwer, Dich zu konzentrieren. Vielleicht musst Du Dich auch erst einmal überwinden.

Aber Du brauchst nicht mehr darauf zu warten, dass sich die Aufgabe irgendwann richtig anfühlt.

Du kannst anfangen, obwohl Du gerade keine Lust hast.

Und genau darin liegt ein wichtiger Schritt zu einem funktionierenden Selbstmanagement.

Nicht darin, jeden Tag motiviert zu sein.

Sondern darin, Entscheidungen bewusst zu treffen, konkrete Handlungsschritte festzulegen und auch dann dranzubleiben, wenn es einmal schwieriger wird.

Denn am Ende bringt Dich nicht das gute Gefühl voran, sondern das, was Du tatsächlich umsetzt.

Wenn Du Dich hier wiedererkennst

Vielleicht kennst Du genau diese Situation:

Du weißt, welche Aufgaben wichtig sind. Du hast Dir sogar Zeit dafür eingeplant.

Und trotzdem fängst Du nicht an.

Stattdessen erledigst Du Kleinigkeiten, beschäftigst Dich mit anderen Dingen oder wartest darauf, dass Du endlich motiviert genug bist.

Wenn Dir das regelmäßig passiert, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn manchmal fehlt Dir ein konkreter erster Schritt. Manchmal ist Deine Tagesplanung zu voll. Und manchmal hast Du noch gar keinen vollständigen Überblick darüber, was eigentlich alles zu tun ist.

Je nachdem, wo die Schwierigkeit liegt, brauchst Du eine andere Lösung.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht einfach noch mehr Disziplin von Dir zu verlangen, sondern herauszufinden, was Dich tatsächlich am Anfangen hindert.

Du möchtest endlich ins Tun kommen?

Du weißt, was Du erledigen möchtest. Aber zwischen Deinem Vorhaben und dem tatsächlichen Anfangen liegt immer wieder eine Hürde?

Dann ist mein Kurs START – Prokrastination & Anfangen genau dafür gedacht.

In START beschäftigst Du Dich damit, warum Du bestimmte Aufgaben immer wieder aufschiebst und wie Du den Einstieg so gestalten kannst, dass Du tatsächlich ins Handeln kommst.

Du lernst, konkrete erste Schritte festzulegen, typische Aufschiebemuster zu erkennen und auch ohne den perfekten Motivationsschub anzufangen.

Damit aus „Ich müsste eigentlich …“ endlich ein „Ich fange jetzt an“ wird.

Fazit: Du musst Dich nicht bereit fühlen, um anzufangen

Nicht jede Aufgabe wird sich im richtigen Moment gut anfühlen. Und nicht immer wirst Du motiviert sein, wenn es Zeit ist, etwas zu erledigen.

Das ist auch gar nicht notwendig.

Viel wichtiger ist, dass Du weißt, was Du tun möchtest, warum es wichtig ist und wie Dein erster Schritt aussieht.

Wenn Du diese Entscheidungen bewusst triffst, musst Du nicht jedes Mal darauf warten, dass Deine Motivation von allein auftaucht.

Und wenn Du eine Aufgabe trotzdem aufschiebst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Ist der erste Schritt unklar? Hast Du Dir zu viel vorgenommen? Oder weichst Du einer unangenehmen Aufgabe aus?

Du brauchst nicht immer das richtige Gefühl. Du brauchst einen nächsten Schritt, den Du tatsächlich gehen kannst.

Denn manchmal entsteht das gute Gefühl nicht vor dem Anfangen, sondern erst danach.

FAQ - Häufige Fragen zum Anfangen und Aufschieben von Aufgaben

Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Vielleicht ist die Aufgabe unangenehm, zu umfangreich oder Du weißt nicht genau, womit Du beginnen sollst. Manchmal fehlt auch die Energie oder Du hast Dir zu viel vorgenommen. Es hilft, den konkreten Grund herauszufinden und den ersten Schritt entsprechend anzupassen.

Lege einen kleinen, konkreten ersten Schritt fest, den Du auch ohne große Motivation erledigen kannst. Statt Dir vorzunehmen, ein ganzes Projekt zu bearbeiten, könntest Du beispielsweise zehn Minuten lang Informationen sammeln oder eine erste Gliederung erstellen. Oft fällt das Weitermachen leichter, sobald Du begonnen hast.

Kleine und einfache Aufgaben lassen sich häufig schneller abschließen. Dadurch hast Du unmittelbar das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Schwierige oder umfangreiche Aufgaben erfordern dagegen mehr Überwindung. Eine bewusste Tagesplanung hilft Dir, wichtige Aufgaben nicht ständig zugunsten kleiner Erledigungen zu verschieben.

Beobachte zunächst, welche Aufgaben Du besonders häufig aufschiebst und was Dich daran hindert, anzufangen. Formuliere anschließend einen konkreten ersten Schritt und reserviere Dir Zeit dafür. Wenn Du regelmäßig ins Aufschieben gerätst, kann es sinnvoll sein, auch Deine Planung, Arbeitsgewohnheiten und Ablenkungen genauer anzuschauen.

Nein. Es geht nicht darum, Deine Bedürfnisse oder Grenzen zu ignorieren. Aber fehlende Lust bedeutet auch nicht automatisch, dass Du eine Aufgabe verschieben musst. Prüfe, ob die Aufgabe jetzt sinnvoll und machbar ist. Wenn ja, kannst Du bewusst entscheiden, einen kleinen Schritt zu erledigen, auch wenn Du gerade nicht besonders motiviert bist.